Niederrhein-Tandem

Hochschule Niederrhein

Quelle: HS Niederrhein
Quelle: HS Niederrhein

Herausforderungen der Hochschule

Der Fachkräftemangel betrifft auch die Berufungen der Hochschule Niederrhein (HN) – und zwar umso stärker, je gefragter die Fachrichtungen auf dem Arbeitsmarkt sind und je weniger akademisiert.

Im Vorlesungsangebot der HN finden sich Lehrgebiete, die sich aufgrund der Nachfrage am Arbeitsmarkt in der Region entwickelt haben: zum Beispiel Logistik, Pflege- und Gesundheitsberufe, IT-Sicherheit sowie textile Themen, die zu den wenig akademisierten Fächern zählen und wenige berufserfahrene und gleichzeitig promovierte Mitarbeiter haben. Während Universitäten ihren wissenschaftlichen Nachwuchs in großer Anzahl ausbilden, setzt eine FH-Professur sowohl akademische Meriten und Lehrerfahrung als auch außerhochschulische Berufserfahrung voraus. Die Anzahl geeigneter Bewerbungen, insbesondere die von Frauen, ist an der HN nicht zufriedenstellend, die Berufungslisten haben nicht genügend Alternativen. Einen planbaren Weg hin zu einer FH-Professur gibt es nicht. Diese Lücke soll im Projekt geschlossen werden.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Die HN wird einen planbaren und strukturierten Karriereweg hin zur FH-Professur erproben. Der HAW-Postdoc wird als eigenständige Mitarbeiterkategorie etabliert.

Die Hochschule erhöht damit die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber auf ausgeschriebene Professuren. Eine flexible Gestaltung des Karriereweges soll mehr Familienfreundlichkeit ermöglichen. Die HN hat erkannt, dass der Arbeitsmarkt ihr keine verlässlichen Besetzungsmöglichkeiten ihrer Professuren liefert und dass sie im Vergleich zu anderen Hochschulen eine besonders problematische Bewerberlage hat. Gleichzeitig strebt die HN einen hohen Vernetzungsgrad ihrer Lehr- und Forschungstätigkeiten mit den Organisationen und Unternehmen der Region an und betrachtet diese Karrierewege als ein wesentliches Element des Transfers, wird doch der Karriereweg hälftig an der HN und hälftig in einem Kooperationsunternehmen der Region ausgeführt. Die HN setzt dabei auf ihr umfangreiches Forschungs- und Transfernetzwerk.

Das Projekt heißt ‚Tandem-Niederrhein‘. Tandemstrukturen ziehen sich durch die gesamte HN, ist sie doch der Pionier des Dualen Studiums. Dieser Transfergedanke soll durch das Etablieren gemeinsamer personeller Strukturen mit Organisationen und Unternehmen der Region fortgesetzt werden. Die HAW-Postdocs sollen die drei großen Forschungsplattformen der HN unterstützen und profilieren: Die Oberflächentechnologien, die Informationstechnologien und den Bereich Gesundheit und Ernährung. Der HAW-Karriereweg ist kein Tenure track, ein wettbewerbliches Verfahren wird ebenso angestrebt. 30 Stellen sollen im Verlauf des Vorhabens besetzt werden.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Die HN muss frühzeitig, direkt nach erfolgter Promotion, auf den HAW-Postdoc aufmerksam machen und so neue Zielgruppen erschließen. Promovenden werden an Universitäten in hoher Zahl ausgebildet, kennen jedoch oft nicht den Weg an eine Hochschule. Die Dauer der HAW-Postdoc-Phase wird durch ein umfangreiches Fortbildung- Mentoring- und Coachingprogramm begleitet. Die Phase wird in ihrer Schwerpunktbildung flexibel am Lebenslauf der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgerichtet. Eine entsprechende Öffentlichkeitskampagne steht zu Beginn, gezielte Maßnahmen des Recruitings und der Ansprache der Zielgruppen später im Mittelpunkt.