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Hochschule Neubrandenburg

Herausforderungen der Hochschule

Die Hochschule Neubrandenburg mit der Grundstruktur von vier Fachbereichen und ca. 2.200 Studierenden unterliegt schon heute einem Generationenwechsel. Der Generationenwechsel ist an der Hochschule Neubrandenburg dadurch gekennzeichnet, dass in dieser Dekade 36 Professorinnen- und Professorenstellen neu zu besetzen sind. Dies entspricht 47,2 Prozent des gesamten professoralen Personals. Da die meisten Hochschulen in den östlichen Bundesländern um das Jahr 1990 gegründet wurden, steht eine Vielzahl von Hochschulen aufgrund vergleichbarer Altersstrukturen vor ähnlichen Herausforderungen. Durch die vorangestellte Analyse konnten neben der Ermittlung des Bedarfs einer Qualifizierungsmaßnahme zur Entwicklung von berufungsfähigem Personal auch im Kontext einer SWOT-Analyse Verbesserungspotentiale in den Feldern LEHRE, FORSCHUNG, ARBEITGEBER-ALLEINSTELLUNGSMERKMALE und HOCHSCHULKULTUR ermittelt werden, welche zur Attraktivitätssteigerung der Hochschule als Arbeitgeberin zu entwickeln sind.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen, die auf einer Vernetzung mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis basieren, sollen in jedem Fachbereich der Hochschule Neubrandenburg jeweils eine Person in einem Testdurchgang auf die Übernahme einer Fachhochschul-Professur vorbereitet werden. Dies beinhaltet sowohl die Erfüllung der grundlegenden Bedingungen für die Berufung auf eine FH-Professur, der Promotion und der Berufspraxis, als auch eine einschlägige Förderung im Wissenschaftsbereich. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für einen Verstetigungsprozess dieses neuen Qualifizierungsweges bilden, um dem anstehenden professoralen Personalbedarf der Hochschule Neubrandenburg zu begegnen. Darüber hinaus werden die Ergebnisse für vergleichbare Hochschulen durch die Ableitung eines Qualifizierungsmodelles nutzbar gemacht. Das Projektvorhaben fokussiert primär darauf, Gewinnungs- und Entwicklungsansätze zu erproben und adaptiert in eine verstetigte Struktur zu überführen. Damit soll professorales Personal über ein kombiniertes Promotions- und Tandem-Praxis-Programm qualifiziert werden. Dabei knüpft das Projekt an bestehende Kooperationen und Vernetzungsstrukturen an, die erweitert und konsolidiert werden. Durch die Etablierung und Kommunikation dieser Qualifizierungsstrukturen nach außen wird eine Attraktivitätssteigerung für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler und sukzessive professorales Personal erzeugt.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Die Hochschule plant die Umsetzung mehrer Maßnahmen in folgenden Bereichen:

  • Aufbau von Vernetzungstrukturen

Ziel ist es, eine Vernetzung der Fachbereiche/Fachrichtungen mit Praxispartnern und universitären Wissenschaftspartnern zur Promotion und Generierung der Berufspraxis geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten auszubauen.

  • Aufbau, Pflege und Verstetigung einer Kooperationsplattform

Zur Sicherung einer kommunikativen Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und der Hochschule werden bestehende Alumni-Netzwerkstrukturen dahingehend ausgebaut. Weiterhin soll darüber auch eine Vernetzung der Doktorandinnen und Doktoranden untereinander ermöglicht werden.

  • Erprobung und Etablierung von Tandem-Programmen

Die praktische Berufserfahrung von mindestens drei Jahren außerhalb der Hochschule stellt für FH-Professurkandidatinnen und FH-Professurkandidaten eine grundlegende berufsbiografische Voraussetzung dar. Das Vorhaben zielt darauf ab, basierend auf bestehenden und künftigen Kooperationen entsprechende Tandem-Programme zu etablieren, die als gemeinsam getragene Personalentwicklungsmaßnahme von der Hochschule, Unternehmen und/oder weiteren Kooperationspartnern zu der vorausgesetzten Berufserfahrung führen. Die Tandem-Programme zielen vorrangig darauf ab, praxisnahe Fragestellungen zu identifizieren und zu bearbeiten, den Feldzugang der Doktorandinnen und Doktoranden in die Praxis zu ermöglichen.

  • Schaffung von Strukturen zur kooperativen Promotionsbegleitung

Abschlüsse von Kooperationsvereinbarungen mit Universitäten zielen darauf ab, trotz des nicht bestehenden Promotionsrechtes für Fachhochschulen, den zukünftigen Promovenden eine rechtlich fixierte Basis zur Promotion zu ermöglichen.