PROSPER

Hochschule Konstanz - Technik, Wirtschaft und Gestaltung

Quelle: Hochschule Konstanz
Quelle: Hochschule Konstanz

Herausforderungen der Hochschule

Die Anzahl von Bewerbungen auf Professuren in technischen Disziplinen fällt deutlich geringer aus als in Kunst- oder Sozialwissenschaften. Die geographische Randlage der Hochschule Konstanz zur Schweiz bringt eine starke Konkurrenz zu attraktiven Arbeitsplätzen mit sich, speziell in ingenieurwissenschaftlichen Fachgebieten. Mit teilweise weniger als zehn Bewerbungen auf mehrfach ausgeschriebene Professuren in Spezialgebieten im Bereich der Wirtschaftsinformatik, in der Elektro- und Informationstechnik und im Bauingenieurwesen, die auch in der Industrie gefragt sind, ist die Rekrutierung professoralen Personals besonders herausfordernd. 2021-2026 werden an der HTWG 21 professorale Vakanzen erwartet, überwiegend in den technischen Fakultäten. Die nahe gelegene Schweiz verfügt sowohl über attraktive Arbeitgeber aus der Industrie als auch über mehrere Hochschulen, bei denen zahlreiche deutsche Professorinnen und Professoren beschäftigt sind.

Dazu liegt der Gesamtanteil von Frauen an der Professorenschaft an der HTWG mit 15% unter dem Bundesdurchschnitt von 25%. Die HTWG ist stark davon tangiert, dass es in technischen Fächern traditionell deutlich weniger qualifizierte Frauen als Männer gibt.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Die zentralen Ziele des Vorhabens sind: Erhöhung des Bewerbungsaufkommens; Erhöhung des Frauenanteils, speziell in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern; aktive Rekrutierung; attraktivere Startbedingungen, Qualifizierung künftig berufungsfähiger Personen.

Diese Ziele sind das Ergebnis einer eingehenden Analyse aus der Konzeptphase und entsprechen der HTWG als Hochschule mit zwar breitem Fächerspektrum, aber einem hohen Anteil an ingenieurwissenschaftlichen Fächern sowie der genannten Konkurrenzproblematik der geographischen Randlage. Die Ziele sind so angelegt und aufeinander abgestimmt, dass von der Qualifizierung über die Rekrutierung bis zur Bindung professoralen Personals eine weitere Professionalisierung seitens der Berufungsverantwortlichen und eine Identifikation seitens potenzieller Bewerberinnen und Bewerber mit der Hochschule erfolgen kann.

Der Antrag greift dementsprechend zielgerichtet und strategisch die relevantesten Bedarfe der Hochschule innerhalb der im Projekt möglichen Maßnahmen auf, um geeignetes professorales Personal auszubilden, zu rekrutieren und an die Hochschule zu binden.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Die Hochschule hat mehrere Maßnahmen in zwei Bereichen geplant:

Erstens, zur Erhöhung der Anzahl berufungsfähiger Personen: Schaffung einer Flex-Track-Professur, auf der eine Person mit Promotion, aber ohne ausreichende Industrieerfahrung, in einer Kooperation zugleich die Industrie- und Hochschulerfahrungen sammeln kann. Eine weitere mittelfristige Nachwuchsförderung erfolgt über eine Qualifizierungsstelle für Personen mit Berufserfahrung, aber fehlender Promotion. Eine langfristige Nachwuchsförderung erfolgt über Qualifizierungsstellen für Absolventinnen und Absolventen von Master-Studiengängen an HAWs mit Interesse an einer HAW-Professur. Des Weiteren soll durch Erlangung von Didaktik-Zertifikaten die pädagogische Qualifizierung der Doktorandinnen und Doktoranden in kooperativen Promotionen an der HTWG gefördert werden.

Zweitens, zur Erhöhung der Anzahl qualifizierter Bewerbungen und zur Förderung einer qualifizierten Entscheidungsfindung durch aktive Rekrutierung und Unterstützung von Berufungskommissionen: Strategische und operative Rekrutierungsunterstützung, Erhöhung des Bewerbungsaufkommens u.a. über Ausschreibungen im Ausland, aktualisierte Datenbanken (z.B. durch Zusammenarbeit mit der LaKof) und Unterstützung von Berufungskommissionen durch Personal- und Rechtsberatung.