KaP@EAH

Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Herausforderungen der Hochschule

Wie andere Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) steht die Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) bei der Besetzung von Professuren vor der Herausforderung, geeignete Persönlichkeiten mit gleichermaßen nachgewiesener wissenschaftlicher und berufspraktischer Erfahrung zu finden, die den Kriterien des Thüringer Hochschulgesetzes genügen. Damit werden gerade solche Personen gesucht, die sowohl in einer akademischen Lehr- und Forschungslandschaft als auch in der Berufspraxis in Wirtschaft und Gesellschaft typischerweise hervorragende Berufs- und Karrierechancen haben. Die EAH Jena steht damit in direkter Konkurrenz zu anderen Arbeitgebern, die an einem Standort wie Jena besonders sichtbar ist.

Die EAH Jena steht zudem vor einem tiefgreifenden Generationswechsel des professoralen Personals, da ein großer Teil der ersten Generation der Professorinnen und Professoren, die die Hochschule in den 1990iger Jahren aufgebaut haben, die Hochschule in den kommenden Jahren in den Ruhestand verlassen wird.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Grundlegendes Ziel von KaP@EAH ist es, die Wahrnehmung der EAH Jena als attraktiven Arbeitgeber für professorale Kandidatinnen und Kandidaten zu steigern. Dazu werden im Projekt verschiedene Elemente auf dem Karriereweg zur Professur adressiert, um im Sinne der Wettbewerbsorientierung effektiv professorales Personal gewinnen zu können. Dies sind im Rahmen des Vorhabens sowohl das Setzen von Anreizen wie auch Rekrutierungsmaßnahmen. Da die wettbewerbliche Abgrenzung der EAH Jena zu wirtschaftlichen Unternehmen mit starken Forschungseinrichtungen in der Region, wie z.B. Zeiss, aufgrund des Hochschulkontexts nicht über finanzielle Motivatoren erfolgreich sein kann, ist eine Betonung des Arbeitsumfelds ein wesentliches Handlungsfeld. Sie soll durch die Verzahnung der vorgesehenen Maßnahmen mit den spezifischen Standortbedingungen der EAH Jena mit Angeboten zur wissenschaftlichen Profilierung, neuen Arbeitsarrangements und der Verbesserung der Diversität und Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreicht werden.

Das Ineinandergreifen von KaP@EAH mit vorhandenen Rahmenbedingungen an der EAH Jena (z.B. Professorinnenprogramm, Graduiertenförderung, Schwerpunktprofessuren) kann zu einer Potenzierung der erwarteten Effekte führen und gegenseitige Impulse setzen. Die beantragten Maßnahmen binden sich somit in die Gesamtkultur der EAH Jena als forschungsstarke, mitarbeiterzentrierte, offene und ganzheitlich gedachte Hochschule ein und werden zielorientiert und koordiniert mit anderen Programmen realisiert.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Für KaP@EAH wurden drei zentrale Maßnahmenpakete entwickelt:

PROMOVIEREN ÜBER DREIßIG (PÜDE): Die Zielgruppe des Teilprojekts PüDE sind Personen, die nach dem Studium zunächst in die Berufspraxis gegangen sind und nun die Möglichkeit zur Promotion ergreifen möchten – sowie an Personen, deren Schwerpunkt bislang im Lehrkontext liegt (Lehrkräfte für besondere Aufgaben). PüDE wird somit der Pluralität von Lebensentwürfen gerecht: zum Promovieren ist es nie zu spät. Durch spezifische, auf die Zielgruppen zugeschnittene Unterstützungsangebote wird der Weg in die selbständige wissenschaftliche Arbeit geebnet, um die Voraussetzungen für eine Professur zu erlangen.

 ENTWICKLUNGSPROFESSUR (E-PROFESSUR): Die E-Professur reduziert die Einstiegshürden in der ersten Zeit nach der Berufung und verbessert somit die langfristigen Entwicklungschancen von neuberufenen Kolleginnen und Kollegen. Eine gestaffelte Lehrreduktion erleichtert das Ankommen an der EAH sowohl in Lehre als auch Forschung.

 #BE ERNST: Eine Professur lebt vom Fachwissen der Personen – verknüpft mit deren Begeisterungsfähigkeit, Überzeugungskraft, Kreativität und Inspiration in Lehre und Forschung. Die Arbeit mit jungen Menschen, sich selbst in Lehre und Forschung verwirklichen zu können, gesellschaftlich bedeutsame Themen aufzunehmen und weiterzuentwickeln sind nur einige der vielen Vorteile einer Professur. Mit #beERNST werden die Möglichkeiten und Potentiale für eine Professur an HAWs prominent platziert.