JADEPROF

Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

Quelle: Bonnie Bartusch
Quelle: Bonnie Bartusch

Herausforderungen der Hochschule

Einzugsregion der Jade Hochschule ist vor allem der Nordwesten Niedersach­sens, eine geographische Randlage mit einer Besiedlungsdichte unter dem Bun­des­durch­schnitt. Es gibt we­nige Forschungsein­richtungen und wenige große Unterneh­men, das Potential an be­rufungsfähigen Personen ist dadurch insgesamt niedrig.

Erfolgsaussichten von Berufungsverfahren unter­scheiden sich allerdings. Berufungen für MINT-Fächer sind besonders schwierig, da in diesem Bereich eine starke Konkurrenz mit industriellen Arbeitgebern besteht. Eine Her­aus­forderung stellen auch Berufungen für Studiengänge wie Nautik dar: An keiner deutschen Universität gibt es die Möglichkeit, Nautik zu studieren und im Fach zu promovieren. Die Promotion ist jedoch Voraussetzung für eine Berufung. Hinzu kommen Studiengänge in einer frühen Phase der Aka­de­misierung – wie Logopädie, Hebammenwissenschaft oder Angewandte Pflegewissenschaft, bei denen die bislang geringe Zahl wissenschaftlich qualifizierter Personen ebenfalls Berufungen erschwert.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Ziel dieses Projektes ist es, den heu­tigen und künftigen Personalbedarf der Jade Hochschule im professoralen Bereich zu de­cken. Um dafür die Voraus­setzungen zu schaffen, soll einerseits der Pool an berufungsfähigen Personen vergrößert und andererseits die Erfolgswahrscheinlichkeit von Berufungsverfahren an der Jade Hochschule erhöht werden.

Die Größe des Pools an berufungsfähigen Personen ist einer der aus­schlag­gebenden Parameter für die Erfolgswahrscheinlichkeit von Berufungsverfahren. Dieser Pool kann nur langfristig geschaffen und vergrößert werden. Dazu gehört es, kooperative Promotionen zu stärken und neue Qualifizierungswege zu entwickeln. Zur Verbesserung des Erfolgs von Berufungsverfahren sollen innovative Beschäftigungsverhältnisse ermöglicht, das aktive Recruiting intensiviert und Frauen besonders berücksichtigt und adressiert werden.

Die Jade Hochschule verknüpft das Projekt JadeProf mit bestehenden Kooperations-, Transfer- und Netzwerkstruktu­ren, die im Hinblick auf die Projektziele gestärkt und ausgebaut werden. Interessierte sollen auch über Partner angespro­chen und zur Bewerbung aufgefordert werden. Pflege und Ausbau der Kontakte zu den Alumni sowie Promovierten der Jade Hochschule sind Teil der Überlegun­gen. Die Ergänzung fehlender für eine Berufung notwendiger beruflicher oder wissenschaftlicher Qualifikationen von Berufungsinteressierten wird auf der Basis gut funktionierender Kooperatio­nen mit Unternehmen und Universitäten organisiert und unterstützt.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Studierenden, Promovierenden und Praktikern sollen Wege zum Er­reichen des Berufsziels „Professor_in“ aufgezeigt und neue Wege er­schlossen wer­den.

Bei der Erhebung des Status Quo wurde deutlich, dass Bewerberinnen und Bewerbern auf eine Professur oft notwendige Qualifikationen fehlen. Ein Schwerpunkt des Projektes liegt deshalb auf der Unterstützung bei der Ergänzung des Qualifizierungsprofils.

Während der Konzeptphase des Projekts wurden Kooperationen mit der Wirt­schaft vereinbart, um in Zukunft potentiellen Bewerberinnen und Bewerbern zu er­möglichen, fehlende berufliche Tätigkeit außerhalb des Hochschulbereichs nachzuholen. Interessierte ar­beiten dazu befristet in ei­nem kooperie­ren­den Unternehmen. Interes­sensbekun­dungen sowie Letters of Intent von Unternehmen und Verbänden liegen bereits vor.

Ziel ist es ebenfalls, Talente dabei zu unterstützen, die notwendige wissen­schaftliche Quali­fikation nachzuweisen – zum Beispiel durch ein voll­ständi­ges Promotionsvorhaben oder Er­gänzung von Teilleistungen. Im Rahmen der Konzeptphase wurden dazu Optionen mit verschiedenen Uni­versi­täten erörtert. Zudem ist die Einrichtung einer niedersachsenweiten Koope­rationsplattform zur Gewinnung von professoralem Nachwuchs beabsichtigt.

Möglichkeiten, die für eine Berufung notwendige didaktische Qualifikation zu erlangen, werden durch die Beschäftigung in Tandemprogrammen, Vergabe von Lehraufträgen so­wie durch Schulungen geschaffen.