Attract2HM

Hochschule München

Ein Labor der Hochschule München (Quelle: Julia Bergmeister)
Ein Labor der Hochschule München (Quelle: Julia Bergmeister)

Herausforderungen der Hochschule

Der Standort München zeichnet sich durch eine besondere Dynamik aus. Aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung wächst die Bevölkerungszahl laut Prognosen in den nächsten Jahren um mehr als 200.000 Einwohner. München belegt zudem vorderste Plätze im weltweiten Städtevergleich bei Beliebtheit und Lebensqualität. Die Attraktivität wirkt sich zunächst positiv auf die Personalrekrutierung aus. Allerdings bewirkt sie auch zwei hinderliche Trends. Zum einen sind die Lebenshaltungskosten in München wesentlich höher als in anderen Regionen. Zum anderen führt die Wirtschaftsentwicklung zu einer Verknappung auf dem Personalmarkt. Darüber hinaus ist der Wettbewerb im Hochschul- und Wissenschaftsbereich mit zwei Exzellenzuniversitäten sowie einer wachsenden Zahl privater Hochschulen am Standort sehr hoch. Mit rund 500 Professuren und damit etwa 30 Berufungen pro Jahr, davon etwa zwei Drittel in technischen Fächern (MINT), reagiert das Projekt sowohl auf den strukturellen wie auch den akuten Bedarf der Hochschule München.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Die HM hat sich nach einer Analyse der spezifischen Stärken und Schwächen sowie den Chancen und Risiken des Standorts München folgende Ziele gesetzt:

Erstens: Die Bewerbungslage qualitativ und quantitativ verbessern: Die HM muss öfter als der Bundesdurchschnitt eine Professur ausschreiben. Die Besetzung einer Professur ist in zwei Dritteln der Berufungen nur unzureichend durch ausreichend qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten abgesichert. Deshalb soll die Menge an Bewerbungen erhöht und deren Qualität gesteigert werden.

Zweitens: Der Aufbau eines strategischen Berufungsmanagements. Es ist wichtig, den Kernprozess aus Bewerbung, Auswahl und Einstellung zu festigen, indem das Berufungswesen strategischer ausgerichtet wird. Im Fokus stehen dabei eine mittelfristige Berufungsplanung der Fakultäten und die frühzeitige Integration des neu rekrutierten Personals.

Drittens: Entwicklungspfade für wissenschaftliches Personal an Fachhochschulen entwickeln: Fehlende Karrierewege und das für viele offenbar unattraktive Profil der FH-Professur hindert die Hochschulen daran, eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs zu binden, den Wechsel in die Wirtschaft und zurück zu gestalten und attraktive Tätigkeitsprofile im Anschluss an die Berufung zu vermitteln. Deshalb setzt sich die HM zum Ziel, Karrierewege hin zur FH-Professur zu entwerfen und Perspektiven für die Zeit nach der Ernennung aufzeigen.

Die HM sieht in Attract2HM die Chance, den strukturellen Veränderungen des Fachhochschulsektors und den Eigenheiten am Standort München gerecht zu werden und den Personalbedarf qualitativ und quantitativ nachhaltig zu decken.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Um die drei strategischen Ziele zu operationalisieren, wurden elf Maßnahmen entwickelt. Das Spektrum der Maßnahmen reicht von aktivem Recruiting über strategische Berufungsplanung bis hin zu geteilten Personalstellen mit der Wirtschaft in Form von Postdoc-Tandems und Shared Professorships (sowohl an der Hochschule als auch in einer externen Organisation angestellte Professorinnen und Professoren).

Die Maßnahmen adressieren unterschiedliche Zielgruppen, so dass die Ergebnisse jeweils in zwei Richtungen ausstrahlen. Einerseits zielen sie auf interne Strukturen und Prozesse ab, deren Anpassungen und Ergänzungen dazu führen, den Personalbedarf der HM qualitativ und quantitativ nachhaltig zu decken. Über die beschriebenen Ziele hinaus wirken sich die Erfolge auf folgende Aspekte aus: weniger und kürzere Vakanzen bei Professuren, bessere Abdeckung der Lehre durch professorales Personal, weniger zusätzliche Lehrbelastung für das Bestandspersonal und langfristig handlungsleitende Strukturen für die Zeit der Abgänge der Babyboomer.

Gleichzeitig entwickelt und pilotiert die HM neuartige Instrumente (Tandems, Shared Professorships), die trotz Unterschiedlichkeit der jeweiligen Rahmenbedingungen beispielhaft für andere Hochschulen sein können. Von den Erfahrungen der HM und der Ergebnisse können somit weitere Hochschulen profitieren.