HoT

Hochschule Heilbronn

Herausforderungen der Hochschule

Heilbronn-Franken gehört zu den Regionen Baden-Württembergs mit den stärksten Wachstumsbeiträgen in der forschungsintensiven Industrie sowie in den wissensintensiven Dienstleistungen. Zusätzlich ist der Wettbewerb um das professorale Personal durch zahlreiche neu angesiedelte Einrichtungen in Wissenschaft und Forschung insbesondere am Heilbronner Bildungscampus enorm gestiegen. Um die strategische Entwicklung der HHN über die Themenbereiche Forschung, Transfer und Innovation voranzutreiben, stellt die Verzahnung des Technologie- und Wissenstransfers mit dem Thema Personaltransfer eine der wichtigsten Herausforderungen bei der Gewinnung und Qualifizierung professoralen Personals dar.

Gerade bei der Umsetzung großer Projektbudgets mit strategischen Partnern aus der Region werden Qualifizierungspotentiale zu selten genutzt. Um Projektverbünde auch als Qualifizierungsverbünde zu gestalten, fehlten bislang darüber hinaus die rechtlichen Grundlagen. Mit der Tandem-Professur können wir nun ein Qualifizierungsinstrument einbringen, das bei der Besetzung von Professuren hilfreich ist und die kooperativen Beziehungen zu unseren Partnern in der Region stärkt.

Bewerbermangel, ein fehlendes Talent-Management und die eingeschränkte Möglichkeit zur Entwicklung wissenschaftlichen Nachwuchses führen zu einer nicht geahnten Kompromisshaftigkeit bei der Bestenauslese. Dies zeigt den dringenden Bedarf einer regional anerkannten Transfer- und Kooperationsplattform zur Etablierung regionaler Qualifizierungsverbünde deutlich an.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte 

Die zentrale Zielsetzung des Vorhabens besteht in der Stärkung der intersektoralen Mobilität des hochqualifizierten Personals innerhalb der Region. Das Projekt ist daher strategisch so aufgestellt, dass bereits auf der Ebene des wissenschaftlichen Nachwuchses – aber auch auf höheren Karrierestufen – die Grenzen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft durchlässiger werden.

Als handlungsleitend für den gewählten Ansatz erwies sich der Gedanke an eine Ausweitung des Transferhandelns vom klassischen Technologietransfer über den Wissens- und Personaltransfer hin zu einem Transferverständnis im Sinne der hochschulischen Third Mission.

Daher setzt die Hochschule mit einem House of Talents den Fokus auf eine regionale Plattform zur Etablierung projektbasierter Qualifizierungsverbünde. So verzahnt die Hochschule die kooperative Forschung mit der einrichtungsübergreifenden Mobilität des hochqualifizierten Personals.

Die Zielstellung stützt sich auf die zentralen Ergebnisse einer Stärken-Schwächen-Analyse. Daher soll die starke und regional anerkannte Vernetzungs- und Kooperationsfähigkeit der HHN für die Zwecke der Personalgewinnung und -entwicklung befördert werden. Aus der Kombination mit ihrer anwendungsbezogenen Stärke sowohl in der Lehre als auch in der Forschung ergibt sich jener personalstrategische Pfad, der künftig mit dem Programm einer begleiteten intersektoralen Mobilität beschritten werden soll.

Die Besonderheit des House of Talents liegt zuallererst in einem Personalmanagement, das als Wissenschaftsmanagement handelt. Die insgesamt fünf Wissenschaftsmanagerinnen und -manager des House of Talents sind aktive Gestalter und ausgewiesene Botschafter innerhalb der Wissensregion Heilbronn-Franken. Sie verstehen es, regionale Roadmaps und personalstrategische Bedarfe zu integrieren. Damit liefern sie einen unverzichtbaren Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der Region.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Gemeinsam mit Verbundpartnern werden sechs Perspektivprofessuren erprobt. Im Rahmen der Maßnahmen erwerben junge Wissenschaftstalente die jeweils fehlende Einstellungsvoraussetzung für die Professur.

Durch den Aufbau eines Talent Relationship Managements und einer Beratungsstelle „wissenschaftliche Karrierewege“ stärkt die Hochschule die aktive Rekrutierung und etabliert einen talentorientierten Profilprozess.

Zusammen mit den Stakeholdern der Hochschule wird ein Netzwerk für berufliche Mobilität in der Wissensregion etabliert, darin verankert sind die Themen Technologie-Roadmaping und Regionale Projektierung.

Über eine personalstrategische Koordinierungsstelle entwickelt die Hochschule sukzessive das Professur-Portfolio der Hochschule. Zusätzlich zur Regelprofessur soll künftig verstärkt auf Profilprofessuren, Teilzeitprofessuren und Tandem-Professuren zurückgegriffen werden. Auf dem Weg zu diesen Karrierezielen begleitet das Projekt den wissenschaftlichen Nachwuchs im Rahmen des Young Scientists Network.

Im Kern greift die Hochschule Heilbronn auf das Modell der Tandem-Professur zurück und entwickelt dieses bedarfsgerecht weiter, insbesondere mit Blick auf Synergien zwischen Hochschule und regionalen Partnern. Weitere Maßnahmen zur Einbindung unserer Partner in Qualifizierungsverbünden wurden eigenständig entwickelt. Entscheidend für das Gelingen des Vorhabens sind die Synergien im Zusammenhang mit dem personalstrategischen Handeln. Hier hat die Hochschule großen Wert auf funktionierende interne Schnittstellen zwischen Projektprozessen und den berufungsbezogenen Regelprozessen gelegt.