ProF_at_TGHA

Technische Hochschule Georg Agricola

Quelle: THGIA/Volker Wiciok

Herausforderungen der Hochschule

Die THGA ist eine Hochschule für angewandte Ingenieurswissenschaften, deren Wurzeln in der 1816 gegründeten Bochumer Bergschule liegen. Sie ist eng verbunden mit dem Bergbau und der Montanindustrie im Ruhrgebiet. Mit dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus hat für die THGA eine Zeit des Wandels und der Erneuerung begonnen.

Die THGA gewinnt ihr professorales Personal überwiegend aus der außerhochschulischen Berufspraxis. Aus verschiedenen Gründen ist die Besetzung von Professuren schwierig: So besteht insbesondere in den Ingenieurwissenschaften eine starke Konkurrenz zu Wirtschaftsunternehmen, die attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Hinzu kommt der Wettbewerb mit anderen Hochschulen – allein in Bochum gibt es sieben weitere Hochschulen. Nicht zuletzt hat die THGA ein sehr spezifisches Fächerprofil, was die Personalsuche erschwert. Die Tatsache, dass die THGA in den nächsten zehn Jahren über die Hälfte der Professuren aus Altersgründen neu besetzen muss, wird deswegen als besondere Herausforderung angesehen.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Mit der Umsetzung des eingereichten Personalgewinnungs- und Entwicklungskonzeptes will die THGA das Ziel erreichen, zukünftig alle Professuren rechtzeitig und adäquat zu besetzen. Ein Teilziel ist die Entwicklung und Testung neuer Strategien für die frühzeitige Identifikation und Ansprache potentielle Kandidatinnen und Kandidaten für eine Professur.

Ein weiteres Ziel ist die Förderung der wissenschaftlichen Karriere an der THGA und die Etablierung eines Karrierepfades „FH-Professur“. Neben dem Auf- und Ausbau von Netzwerken zur Qualifizierung professoralen Nachwuchses sollen an der Hochschule dauerhafte Strukturen für Promovierende etabliert werden. Außerdem werden Möglichkeiten geschaffen, Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler auch in der sogenannten Postdoc-Phase an die Hochschule zu binden.

Im Fokus stehen zudem die Erhöhung des Frauenanteils in der Professorenschaft sowie die Förderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit internationalem Hintergrund. Nicht zuletzt soll zudem die Sichtbarkeit und Attraktivität der Hochschule als Arbeitgeber für Professorinnen und Professuren erhöht werden. Dies schließt zum einen imagefördernde Maßnahmen ein, zum anderen die Erhöhung der Attraktivität der Professur, z. B. durch eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Einrichtung von Schwerpunktprofessuren mit einer verringerten Zahl der Semesterwochenstunden.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Neben der Entwicklung neuer Rekrutierungswege für Professorinnen und Professoren, besteht eine wesentliche Maßnahme in der Einrichtung zusätzlicher Promotions- und Postdoc-Stellen in allen Wissenschaftsbereichen der Hochschule. Mittels dieser Stellen sollen Modelle und Strukturen entwickelt und getestet werden, die langfristig eine wissenschaftliche Karriere an der THGA ermöglichen.

Neben der Schaffung einer übergeordneten Dachstruktur für alle Promovierenden der Hochschule, die der überfachlichen Qualifizierung, der zusätzlichen Unterstützung und der gegenseitigen Vernetzung dient, sollen neben der kooperativen Promotion auch Promotionen mit dem neu entstehenden Promotionskolleg NRW erprobt werden. Für die Postdoc-Phase steht die Testung und Etablierung von Tandem-Programmen im Mittelpunkt, in deren Rahmen eine wissenschaftliche Tätigkeit an der THGA und eine gleichzeitige Beschäftigung in einem kooperierenden Unternehmen ermöglicht wird. Mehrere Kooperationspartner konnten hierfür gewonnen werden.

Für die Erhöhung der Attraktivität der Professur an der THGA sollen exemplarisch folgende konkrete Maßnahmen genannt werden: Durch die Einrichtung von Schwerpunktprofessuren, wird die Möglichkeit der Reduzierung von Lehrdeputat geschaffen, was die Arbeitsbelastung reduziert. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein neuer Studiengang entwickelt und etabliert wird.

Zur Steigerung der Attraktivität wird weiterhin ein Onboarding- und Qualifizierungsprogramm für Neuberufene eingeführt, welches ermöglichen soll, dass alle neuberufenen Professorinnen und Professoren nach einer gewissen Einarbeitungszeit ihre Aufgaben in allen erforderlichen Bereichen erfüllen und für die Gestaltung der Zukunft der THGA Verantwortung übernehmen können.