HNEE

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Herausforderungen der Hochschule

Die HNEE ist die einzige Hochschule im eher ländlich geprägten Nordosten Brandenburgs. Für akademisches Personal ist der Standort Eberswalde als Lebensmittelpunkt wenig attraktiv. Das Profil der HNEE ist geprägt durch „landnutzungsorientierte“ Studiengänge wie Forst- und Landwirtschaft, Tourismus oder Holztechnik. In diesen Fachrichtungen gibt es vergleichsweise wenig Promovierte und damit qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber für Professuren. Gerade im Bereich Holztechnik/ Holzbau ist zudem die prosperierende Wirtschaft eine große Konkurrenz um die besten Talente. Am Fachbereich Holzingenieurwesen konnte beispielsweise in keinem der letzten fünf Berufungsverfahren eine Liste mit drei geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern – wie vom Hochschulgesetz vorgegeben - vorgelegt werden. Bei der Analyse der Ausgangslage der forschungsstarken HNEE wurden das Potenzial des eigenen wissenschaftlichen Nachwuchses für FH-Professuren sowie die Notwendigkeit innovativer Rekrutierungswege deutlich.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Das Vorhaben zielt in Summe aller Maßnahmen auf die Erhöhung der Attraktivität einer Professur an der HNEE. Dabei werden drei zentrale Ziele verfolgt:

Erstens: Die Erhöhung der Attraktivität der HNEE als Arbeitgeberin für professorales Personal.

Zweitens: Die Qualifizierung ausgewählter Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler.

Drittens: Die Verbesserung des Images des Hochschulstandortes.

Diese Ziele ergeben sich aus der Notwendigkeit, im stärker werdenden Wettbewerb um „gute Köpfe“ konkurrenzfähige Angebote für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorzuhalten. Dazu zählen der sprichwörtliche „erste Eindruck“ der Hochschule in einem serviceorientierten Berufungsverfahren genauso wie die FH-Professur selbst, die durch bessere Rahmenbedingungen für Forschung und Wissenstransfer in die Praxis attraktiver wird. Dabei müssen Hochschule und Hochschulstandort im Zusammenhang betrachtet werden, denn auch das Image der Region hat Einfluss auf die Entscheidung exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, eine Berufung anzunehmen. Diese Entscheidung betrifft meist den Lebensmittelpunkt einer ganzen Familie.

Nicht zuletzt hat die Umfrage beim wissenschaftlichen Nachwuchs in den zahlreichen Drittmittel-Projekten der forschungsstarken HNEE ergeben, dass hier herausragende Talente Interesse an einer FH-Professur an der HNEE haben und spezielle Förderungen begrüßen würden.

Das Besondere am Projekt ist der Ansatz, die Hochschule und den Hochschulstandort im Nordosten Brandenburgs als Einheit zu betrachten sowie Forschungsprofessur und Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu verknüpfen.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele (max. 1500 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Um die Attraktivität der FH-Professur an der HNEE zu erhöhen, sind vier Maßnahmenpakete an der HNEE entwickelt worden:

Erstens: Das Einrichten eines Berufungsmanagements wird die Berufungsverfahren von der Akquise der Bewerberinnen und Bewerber bis zum Dienstantritt der Neuberufenen professionalisieren. Der Wettbewerb um die „besten Köpfe“ erfordert neue Formen der Ansprache. Die oft (zu) langen Berufungsverfahren werden serviceorientierter und effizienter.

Zweitens: Forschungsprofessuren mit reduzierten Lehraufgaben ermöglichen den Professorinnen und Professoren mehr Zeit für Forschungsvorhaben. Die FH-Professur wird damit attraktiver. Gefördert werden Professorinnen und Professoren, deren Forschungsergebnisse große Bedeutung für den Transfer von Knowhow in die Praxis haben. Mit dieser Maßnahme eng verbunden ist das dritte Maßnahmenpaket: Auf Qualifizierungsstellen übernehmen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler einen Teil der Lehraufgaben von den Forschungsprofessorinnen, und –professoren, sammeln dabei die für FH-Professuren wichtigen Lehrerfahrungen, nehmen an Weiterbildungen zur Hochschuldidaktik teil und können außerdem wissenschaftlich arbeiten (z. B. promovieren).

Das vierte Maßnahmenpaket fördert das „Zivilgesellschaftliche Engagement“ der HNEE und deren Wirkung in die Region. Es werden Projekte gegen Fremden-, Frauen- und Demokratiefeindlichkeit für Hochschulangehörige und die regionale Bevölkerung initiiert und Vorbehalte gegen Ostdeutschland abgebaut.