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Fachhochschule Bielefeld

Quelle: FH Bielefeld / Andreas Jon Grote
Quelle: FH Bielefeld / Andreas Jon Grote

Herausforderungen der Hochschule

Die wirtschaftlich starke und hochgradig vernetzte Region Ostwestfalen-Lippe bietet eine Fülle von Kooperationsmöglichkeiten, die seitens der FH Bielefeld in zahlreichen Transferaktivitäten genutzt und gelebt werden. Gleiches gilt für den Hochschulcampus Bielefeld, auf dem eine intensive Kooperationslandschaft zwischen der Universität und der FH Bielefeld entstanden ist. Ein starkes Umfeld bedeutet aber gleichzeitig einen verschärften Wettbewerb bei der Gewinnung von professoralem Personal. Die bundesweit besonders kritischen Bereiche Ingenieurwissenschaften und Gesundheit sind dabei genau die Felder, in denen die FH Bielefeld in den kommenden Jahren die stärksten Bedarfe und gleichzeitig den intensivsten Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt haben wird. In den Ingenieurwissenschaften ist die Bewerberlage durch die starke Konkurrenz um hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seitens der Wirtschaft dünn. Im Bereich der Gesundheitsberufe verschärfen sich die Probleme, da in den neu akademisierten Berufen nur wenige Kandidatinnen und Kandidaten die erforderlichen Berufungsvoraussetzungen für eine Professur erfüllen.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Mit dem Aufbau und dem Betrieb des „Center for Cooperation and Career Management“ verfolgt die FH Bielefeld ihr strategisches Ziel, den Kreis exzellenter Bewerberinnen und Bewerber für eine Professur auszuweiten. Hierzu hat die FH Bielefeld in den vergangenen Jahren ideale Voraussetzungen geschaffen: Erfolgreiche, langjährig erprobte, regionale Kooperationsstrukturen in Lehre und Forschung, die Etablierung der kooperativen Promotion als postgraduale Weiterqualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie seit 2016 die postdoktorale Weiterqualifizierung im Rahmen des NRW-Landesprogrammes „Karrierewege FH-Professur“.

Als Besonderheit soll im Rahmen des Projekts die Profilbildung der FH Bielefeld geschärft und so die Attraktivität für Talente weiter erhöht werden. Wissenschaftlicher Nukleus ist das 2019 neu gegründete CareTech OWL – Zentrum für Gesundheit, Soziales und Technologie, das die vorhandenen, interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsexpertisen aus den Bereichen Gesundheits-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften unter einem Dach bündelt. Damit bietet das CareTech OWL die große Chance, disziplinübergreifende Kooperations- und Vernetzungsstrukturen insbesondere in den personellen Engpassbereichen Gesundheit und Ingenieurwissenschaften auszubauen und diese Zusammenarbeit für die Gewinnung und -entwicklung professoralen Personals zu nutzen.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Die Maßnahmen zielen darauf ab, Rekrutierungs- und Auswahlprozesse zu verbessern, strukturierte Qualifizierungswege zu etablieren und geeignete Nachwuchskräfte, die eine FH-Professur anstreben, gezielt zu fördern. Es werden Hochschuldozenturen eingerichtet, in denen Programmteilnehmende entweder in Tandemprojekten die erforderliche außerhochschulische Berufserfahrung erwerben oder in Teilzeitmodellen ihre Berufungsvoraussetzungen durch Kompetenzerwerb im akademischen Bereich verbessern können. Die Tandemstellen werden in Analogie zum NRW-Landesprogramm „Karrierewege FH-Professur“ gemeinsam mit einem Kooperationspartner besetzt. Daneben werden vereinzelt Promotionen bspw. im Bereich Hebammenwissenschaften gefördert. Die Maßnahmen der Personalentwicklung werden unterstützt durch die Vergabe von Schwerpunktprofessuren in den im CareTech OWL vertretenen Forschungsgebieten. Der Inhaber bzw. die Inhaberin einer Schwerpunktprofessur übernimmt Aufgaben, die zur Erreichung der Projektziele beitragen (u.a. Vernetzung mit Kooperationspartnern und Betreuung von Programmteilnehmenden).

Auch im Bereich der Personalgewinnung werden neue Wege beschritten: Active Sourcing (Direktansprache von Kandidatinnen und Kandidaten), die Nutzung von Social Media und die Internationalisierung der Recruitingaktivitäten. Es wird eine Schwerpunktprofessur eingerichtet, die die Personalgewinnung und -auswahl wissenschaftlich begleitet, evaluiert und mit dem Schwerpunkt „Eignungsdiagnostik“ psychologische Aspekte in Auswahlverfahren stärkt.