11.01.2023 Von A - Z

Career@BI - Hochschule Bielefeld

Das Bild zeigt die Hochschule Bielefeld
Quelle: HS Bielefeld / Andreas Jon Grote

Herausforderungen der Hochschule

Die wirtschaftlich starke und hochgradig vernetzte Region Ostwestfalen-Lippe bietet eine Fülle von Kooperationsmöglichkeiten, die seitens der Hochschule Bielefeld in zahlreichen Transferaktivitäten genutzt und gelebt werden. Gleiches gilt für den Hochschulcampus Bielefeld, auf dem eine intensive Kooperationslandschaft zwischen der Universität und der Hochschule Bielefeld entstanden ist. Ein starkes Umfeld bedeutet aber gleichzeitig einen verschärften Wettbewerb bei der Gewinnung von professoralem Personal. Die bundesweit besonders kritischen Bereiche Ingenieurwissenschaften und Gesundheit sind dabei genau die Felder, in denen die Hochschule Bielefeld in den kommenden Jahren die stärksten Bedarfe und gleichzeitig den intensivsten Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt haben wird. In den Ingenieurwissenschaften ist die Bewerber:innenlage durch die starke Konkurrenz um hochqualifizierte Mitarbeitende seitens der Wirtschaft dünn. Im Bereich der Gesundheitsberufe verschärfen sich die Probleme, da in den neu akademisierten Berufen nur wenige Kandidat:innen die erforderlichen Berufungsvoraussetzungen für eine Professur erfüllen.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Mit dem Aufbau und dem Betrieb des „Center for Cooperation and Career Management“ verfolgt die Hochschule Bielefeld ihr strategisches Ziel, den Kreis exzellenter Bewerber:innen für eine Professur auszuweiten. Hierzu hat die Hochschule Bielefeld in den vergangenen Jahren ideale Voraussetzungen geschaffen: Erfolgreiche, langjährig erprobte, regionale Kooperationsstrukturen in Lehre und Forschung, die Etablierung der kooperativen Promotion als postgraduale Weiterqualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie seit 2016 die postdoktorale Weiterqualifizierung im Rahmen des NRW-Landesprogrammes „Karrierewege FH-Professur“.

Als Besonderheit wird im Rahmen des Projekts die Profilbildung der Hochschule Bielefeld geschärft und so die Attraktivität für Talente weiter erhöht. Wissenschaftlicher Nukleus ist das 2019 neu gegründete CareTech OWL – Zentrum für Gesundheit, Soziales und Technologie, das die vorhandenen, interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsexpertisen aus den Bereichen Gesundheits-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften unter einem Dach bündelt. Damit bietet das CareTech OWL die große Chance, disziplinübergreifende Kooperations- und Vernetzungsstrukturen insbesondere in den personellen Engpassbereichen Gesundheit und Ingenieurwissenschaften auszubauen und diese Zusammenarbeit für die Gewinnung und -entwicklung professoralen Personals zu nutzen.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Die Maßnahmen zielen darauf ab, Rekrutierungs- und Auswahlprozesse zu verbessern, strukturierte Qualifizierungswege zu etablieren und geeignete Nachwuchskräfte, die eine HAW-Professur anstreben, gezielt zu fördern. Es wurden Hochschuldozenturen eingerichtet, in denen Programmteilnehmende entweder in Tandemprojekten die erforderliche außerhochschulische Berufserfahrung erwerben oder in Teilzeitmodellen ihre Berufungsvoraussetzungen durch Kompetenzerwerb im akademischen Bereich verbessern können. Die Tandemstellen werden in Analogie zum NRW-Landesprogramm „Karrierewege FH-Professur“ gemeinsam mit einem Kooperationspartner besetzt. Daneben werden vereinzelt Promotionen, z. B. im Bereich Hebammenwissenschaften, gefördert. Die Maßnahmen der Personalentwicklung werden unterstützt durch die Vergabe von Schwerpunktprofessuren, unter anderem in den im CareTech OWL vertretenen Forschungsgebieten sowie im Bereich Human Resource Management (HRM). Die Inhaber:innen der Schwerpunktprofessuren übernehmen Aufgaben, die zur Erreichung der Projektziele beitragen (u.a. Vernetzung mit Kooperationspartner:innen und Betreuung von Programmteilnehmenden).

Auch im Bereich der Personalgewinnung werden neue Wege beschritten: Active Sourcing (Direktansprache von Kandidat:innen), die Nutzung von neuen, auch digitalen Informations- und Rekrutierungsformaten, Social-Media-Recruiting sowie die Internationalisierung der Recruitingaktivitäten. Hierfür wurde eine Schwerpunktprofessur eingerichtet, die die Personalgewinnung und -auswahl wissenschaftlich begleitet, evaluiert und mit dem Schwerpunkt „Eignungsdiagnostik“ psychologische Aspekte in Auswahlverfahren stärkt.