ProfTHAB2030

Technische Hochschule Aschaffenburg

Quelle: TH Aschaffenburg
Quelle: TH Aschaffenburg

Herausforderungen der Hochschule

An der TH Aschaffenburg ist in der kommenden Dekade eine große Anzahl an Berufungen abzusehen, die aus der Erweiterung des fachlichen Spektrums, der Stärkung der angewandten Forschung und aus Pensionierungen resultiert. Mit der Wahl der Neuberufenen werden die Weichen für die Zukunft gestellt: Einerseits durch die fachliche Schwerpunktsetzung der Professur, andererseits durch die Persönlichkeiten, die berufen werden. Um diese Persönlichkeiten besteht jedoch ein großer Wettbewerb unter den Hochschulen sowie mit Unternehmen. Bei der Analyse der Ausgangslage stellte sich heraus, dass die TH Aschaffenburg ihre Stärken als Arbeitgeberin unzureichend extern kommuniziert. Des Weiteren fehlt ein kompetenzorientiertes Konzept zur Personalgewinnung und -entwicklung. Dieses ist jedoch erforderlich, um fachlich kompetente, aber auch vielseitig interessierte Persönlichkeiten für die immer komplexer werdenden Tätigkeiten einer FH-Professur zu gewinnen und dauerhaft an die Hochschule zu binden.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Ziel ist die Erhöhung der Sichtbarkeit und Attraktivität der TH Aschaffenburg als Arbeitgeberin für professorales Personal. Die strategische Ausrichtung der Rekrutierung sowie die Einführung und Implementierung eines kompetenzorientierten Ansatzes im Berufungsverfahren sollen die Gewinnung von Professorinnen und Professoren nachhaltig verbessern. Diese Ziele beruhen auf der Überlegung, dass eine kleine Einrichtung wie die TH Aschaffenburg gezielt die richtigen Personen einstellen muss, um die vielseitigen Aufgaben einer Fachhochschule zu bewältigen. Zugleich benötigen auch Professorinnen und Professoren, die schon da sind, Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Aufgaben, die inzwischen auch Forschung sowie anspruchsvolle Tätigkeiten in der Selbstverwaltung der Hochschule beinhalten. Eine kompetenzorientierte Profilierung des bereits vorhandenen Personals soll auch die Attraktivität einer Fachhochschulprofessur nachhaltig steigern. Das Vorgehen der TH Aschaffenburg legt das im Personalwesen etablierte Modell der Kompetenzorientierung zugrunde, und berücksichtigt zugleich die zentralen Themen Attraktivitätssteigerung, Personalbeschaffung und Personalentwicklung. Dieses Modell lässt sich nutzbringend auf die hochschulspezifische Praxis übertragen und ist in dieser Anwendung etwas Neues. Das Vorhaben zeichnet sich zugleich durch die Orientierung am gesamten Berufslebens einer Professorin bzw. eines Professors sowie durch die konsequente Verankerung des kompetenzorientierten Ansatzes aus.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Konkret sind folgende Maßnahmen geplant: Ein Employer Branding positioniert die Hochschule mittelfristig bei potenziellen Professorinnen und Professoren als attraktive Arbeitgeberin. Mit Hilfe eines Personalmarketings wird deren effektive und zielgruppengerechte Ansprache verbessert. Ein kompetenzorientierter Ansatz im Berufungsverfahren zielt auf die passgenaue Auswahl neuer Kolleginnen und Kollegen ab und setzt Maßstäbe in der Personalgewinnung. Lebensphasenorientierte Begleitung rückt die Bedarfe von Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern in den Mittelpunkt. Maßnahmen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im hochschuleigenen Interdisziplinären Doktorandenkolleg sensibilisieren für das Berufsbild „FH-Professur“.

Die vorgesehenen Maßnahmen wurden im Rahmen des BMBF-Projekts ‚Prof Concept‘ auf Basis einer SWOT-Analyse erarbeitet. Dieser SWOT-Analyse ging wiederum eine umfangreiche Untersuchung der Ausgangssituation an der TH Aschaffenburg mit quantitativen und qualitativen Methoden voraus. Diese Untersuchung beinhaltete die Analyse personalwirtschaftlicher Daten, Interviews mit neuberufenen Professorinnen und Professoren sowie Berufungsausschussvorsitzenden, und teilnehmenden Beobachtungen an Probevorlesungen. Außerdem wurden eine Befragung zum Thema Personalentwicklung und eine Dokumentenanalyse der Internetseiten der Hochschule im Hinblick auf ihre Rolle als Arbeitgeberin durchgeführt.