WINPROFSHIP

Hochschule Aalen

Quelle: Hochschule Aalen / Christian Richters

Herausforderungen der Hochschule

Die Hochschule Aalen steht bei der Gewinnung von professoralem Personal vor der Herausforderung, dem Bewerbermangel in naturwissenschaftlich-technischen Fächern zu begegnen. Viele qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten bevorzugen Professuren in Ballungszentren und nicht in ländlich geprägten Räumen.

Darüber hinaus orientiert sich das Studienangebot der Hochschule Aalen am Beschäftigungsbedarf der in Ostwürttemberg ansässigen Unternehmen. Diese sind in traditionellen Branchen wie Automotive, Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugbau tätig.

Viele Berufungsprozesse sind hier langwierig und erfordern mehrere Ausschreibungen. Ein Beispiel dafür ist das Verfahren zur Besetzung einer Professur im Bereich Automatisierung und Robotik. Bei mehrfachen Ausschreibungen hat sich eine überschaubare Zahl an Kandidaten beworben, darunter keine Kandidatin. Durch diesen geringen Rücklauf wird deutlich, wie wichtig es für die Hochschule ist, insbesondere potenzielle Kandidatinnen für sich zu gewinnen.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Die Hochschule Aalen verfolgt im Projekt WINPROFSHIP drei Ziele, um ihre Attraktivität und Sichtbarkeit als Arbeitgeberin (über-)regional zu steigern. Zunächst wird angestrebt, die professorale Bewerbersituation zu verbessern, um Mehrfachausschreibungen und damit einhergehende lange Berufungsprozesse zu vermeiden. Zugleich möchte die Hochschule dem wachsenden Anspruch an Diversität und Chancengleichheit gerecht werden.

Ein weiteres Ziel ist die verbesserte Eingliederung von neuberufenen Professorinnen und Professoren. Dies betrifft sowohl den Zeitraum vor Antritt der Professur, als auch die ersten Monate an der Hochschule. Neue Professorinnen und Professoren sollen sich schnell zurechtfinden und Kontakte innerhalb der Hochschule sowie zu regionalen Akteuren und Unternehmen knüpfen. So sollen gemeinsame Aktivitäten in Lehre, Forschung und Transfer angestoßen und die Integration in Hochschule und Region erleichtert werden.

Das dritte Ziel umfasst Weiterqualifizierungsmöglichkeiten für (angehendes) professorales Personal. Hier möchte die Hochschule neue Karrierewege aufzeigen, die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für eine spätere FH-Professur qualifizieren.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Maßnahmen im Projekt WINPROFSHIP reichen von Schwerpunktprofessuren zu gemeinsamen Professuren mit Unternehmen über ein Zentrum zur Förderung des professoralen Nachwuchses bis hin zu Maßnahmen im Bereich Personalmanagement. Grundlage hierfür war eine intensive Befragung neuberufener Professorinnen und Professoren sowie weiterer maßgeblicher Akteure der Hochschule und aus der Region. Ebenso wurden externe Recruitingexpertinnen und -experten in Workshops zur Projektkonzeption eingebunden.

Die Verstärkung des Funktionsbereichs ‚Personal‘ stellt die Grundlage des Maßnahmenbündels dar. Mit der Maßnahme ‚Focus Professorship‘ (Schwerpunktprofessuren) sollen strategische Schwerpunktthemen der Hochschule weiter ausgebaut werden. Interessierten Professorinnen und Professoren soll hier die Möglichkeit eröffnet werden, sich intensiv und zeitlich befristet mit einem bestimmten Thema aus Lehre oder Forschung auseinanderzusetzen. Darüber hinaus möchte die Hochschule potenzielle Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit dem Modell ‚Shared Professorships‘ (Professorinnen und Professoren sind sowohl an der Hochschule als auch im Unternehmen angestellt) für sich gewinnen. Im Rahmen dessen fördert sie junge Talente und bereitet sie auf eine FH-Professur vor. Die Research Academy mit Schreibwerkstatt und Promotionskolleg dient der Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses und bildet zudem ein gemeinsames Dach für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und neuberufenes professorales Personal.