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FH Aachen

Herausforderungen der Hochschule

Die FH Aachen ist mit derzeit etwa 14.500 Studierenden eine der größten Fachhochschulen des Landes. Insbesondere im konjunkturstarken MINT-Bereich konkurriert die FH Aachen mit Unternehmen in der freien Wirtschaft um Fachkräfte. Gleichzeitig ist die Erhöhung des Frauenanteils, insbesondere in den MINT-Fächern, eine große Herausforderung. Zudem fehlt es auch an weiblichen Vorbildern für Professuren, so dass nur wenige Frauen den Weg der FH Professur einschlagen.

Eines der prägnantesten Ergebnisse der Analysephase war der Bezug der Professorinnen und Professoren zur Region Aachen / Jülich. Viele haben in der Region studiert oder promoviert und kehren gerne zurück. Weiterhin bietet der Wissenschaftsstandort Aachen / Jülich mit ca. 800 Promovierenden ein hohes Potenzial für die Gewinnung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern, das es zu nutzen gilt.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Zielsetzung des Vorhabens ist der Ausbau und die Optimierung der bisherigen Strukturen, Prozesse und Arbeitsweisen im Bereich der Gewinnung und Entwicklung von professoralem Personal. Gerade im Vergleich zur freien Wirtschaft besteht ein erheblicher Aufholbedarf an modernen Personalmarketingmaßnahmen und Rekrutierungsinstrumenten. Da die Analyse einen hohen Bezug zur Region Aachen / Jülich aufgezeigt hat, steht die Region im Fokus der Maßnahmen. Renommierte Forschungseinrichtungen an den Standorten Aachen und Jülich bilden hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler aus, die gerne in die Region zurückkehren. Jedoch gelingt es bisher nicht, diese Potenzial entsprechend zu nutzen. Auch das Potenzial der Nachbarländer Niederlande und Belgien ist bei Weitem nicht ausgeschöpft.

Des Weiteren ist es erklärtes Ziel der FH, den Frauenanteil, insbesondere im MINT-Bereich, zu erhöhen. Die FH Aachen ist überzeugt, dass der Beruf der Professorin für Frauen sehr attraktiv ist, die Vorteile jedoch wenig bekannt sind. Hier gilt es mehr Transparenz über das Berufsbild zu schaffen, die Attraktivität des Berufsbildes zu vermitteln und die Präsenz von Frauen in den Medien zu erhöhen.

Ein besonderes Element ist die Kooperation in der Hochschulallianz HAWtech. Die sechs in den MINT-Fächern führende Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) haben beschlossen, sich enger zu vernetzen und bei der Gewinnung von professoralem Personal zusammenzuarbeiten. Aufgrund der ähnlichen Profile erhoffen sich die Hochschulen Synergieeffekte und einen Erfahrungszugewinn.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Unter Berücksichtigung der regionalen und FH-spezifischen Bedarfe fokussieren sich die Maßnahmen auf die drei Schwerpunkte Optimierung von Kommunikation und Rekrutierung, Motivierung von wissenschaftlichem Nachwuchs sowie die Öffnung der Professur für neue Zielgruppen.

Zum einen gilt es, die Sichtbarkeit der FH Aachen durch die Formulierung einer klaren Arbeitgebermarke und die Entwicklung von passgenauen Personalmarketing-Maßnahmen zu erhöhen. Bei der Gestaltung der Kommunikation spielt der Gender-Gedanke eine große Rolle. Außerdem werden bestehende Rekrutierungsprozesse aktualisiert und um Active Sourcing, also der Direktansprache von potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten für Professuren, ergänzt.

Erklärtes Ziel ist es, den Wissenschaftsstandort Aachen/Jülich und das Potenzial der Euregio besser zu nutzen. Dieses soll durch den Aufbau eines Talentpools von interessierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aktiviert werden. Durch ein begleitendes Kontakthalteprogramm soll die Zeit zwischen Promotion und Qualifizierung für eine Professur überbrückt werden und eine engere Vernetzung zwischen der FH Aachen und Talenten stattfinden.

Ergänzt wird der Maßnahmenkatalog durch die „Duale Professur“, mit der neue Zielgruppen erschlossen werden sollen. Hierzu gehören z.B. Fachkräfte, die weiterhin in der freien Wirtschaft arbeiten oder ein Unternehmen gründen möchten und für die eine Vollzeit-Professur nicht in Frage kommt.