CASE@Sachsen-Anhalt

Hochschule Anhalt, Hochschule Magdeburg-Stendal, Hochschule Harz & Hochschule Merseburg

Quelle: Hochschule Merseburg
Quelle: Hochschule Merseburg

Herausforderungen der Hochschule

Die vier Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in Sachsen-Anhalt wurden Anfang der 1990er Jahre gegründet. Aktuell stehen die Hochschulen Anhalt, Magdeburg-Stendal, Harz und Merseburg vor der Herausforderung, zahlreiche Professuren nachzubesetzen, vor allem in MINT-Fächern.

Aktuelle Probleme bei der Besetzung von Professuren zeigen, dass dies keine leichte Aufgabe ist. Zur Wahrung der wissenschaftlichen Exzellenz muss es jedoch gelingen, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten aus verschiedenen Zielgruppen zu gewinnen. Herausforderungen gibt es viele, zum Beispiel: die MINT-Fächer sind stark vom Fachkräftemangel betroffen; das Image der HAW-Professur ist nicht so gut und bekannt wie das ihres Pendants an Universitäten; nach wie vor bewerben sich zu wenig Frauen auf Professuren; die Lage der Hochschulen in einer strukturschwachen Region - die zudem von politischer Polarisierung gekennzeichnet ist – erschwert die Suche nach Toptalenten.

Zentrale Ziele und Anknüpfungspunkte

Die SWOT-Analysen der vier Hochschulen haben nahezu identische Bedarfe zu Tage gebracht. Daher haben die vier HAW eine gemeinsame Strategie erarbeitet. Diese zielt darauf ab

  • die Bewerberlage kurz-, mittel- und langfristig quantitativ, vor allem aber auch qualitativ zu verbessern
  • die Sichtbarkeit und Attraktivität der Hochschulen als Arbeitgeber zu erhöhen
  • die strukturellen sowie prozessualen Fähigkeiten der Hochschulen bei der Gewinnung und Entwicklung von professoralem Personal weiterzuentwickeln

 Dazu verfolgen die Hochschulen zwei Hauptstränge. Die Maßnahmen streben sowohl eine zeitnahe als auch auf eine nachhaltige Verbesserung der Bewerberlage an: Erstens sind Maßnahmen zur „Befähigung“ angedacht, die die unterschiedlichen Zielgruppen entlang wissenschaftlicher Karrierestufen fördert und die jeweils zugehörigen Prozesse im Hochschulmanagement verbessert. Zweitens sind Maßnahmen zur „Steigerung der Attraktivität und Sichtbarkeit” der Hochschulen geplant, die sich vor allem an bereits berufbare Kandidatinnen und Kandidaten richten.

Als Rahmen der Zusammenarbeit gründen die Hochschulen das Center of Advanced Scientific Education (CASE). Zu diesem gehören auch Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Praxispartner. Bei der Realisierung des CASE profitieren die Hochschulen von ihren Erfahrungen mit gemeinsamen Verbundprojekten in diversen Leistungsbereichen (unter anderem Transfer, Nachwuchsförderung, Gleichstellung, Studierendenmarketing). Das neue Projekt bietet die Chance, die bislang eher getrennten Aktivitäten zu verknüpfen.

Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele

Um die oben genannten Ziele zu erreichen, bearbeiten die Hochschulen fünf Handlungsfelder. Zum einen im Bereich Befähigung, zum anderen im Bereich der Steigerung der Attraktivität und Sichtbarkeit.

Befähigung

  • Promotionsförderung (PhD@CASE): 3-4 fächerspezifische Promotionszentren werden gegründet. Mit dem neuen, eigenständigen Promotionsrecht können Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler direkt an den vier Hochschulen ausgebildet werden.
  • Tandem-Programm (Tandem@CASE): Das Tandem-Programm bietet promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, zu 50-60% an einer HAW und zu 40-50% in einem Unternehmen bzw. einer außeruniversitären Forschungseinrichtung zu arbeiten. Somit können sie die, für eine Professur nötigen, Berufungsvoraussetzungen erlangen.
  • Rekrutieren und Ankommen (JoinIn@CASE): Zukünftige Professorinnen und Professoren werden aktiv rekrutiert und beim Onboarding systematisch in ihrer neuen Rolle unterstützt.

Attraktivität und Sichtbarkeit

  •  Sichtbarkeit (Visibility@CASE): Das Vorhaben wirbt für die HAW-Professur und verbessert das Image der HAW als attraktive Lehr-, Transfer- und Forschungsstätte. Dabei wird mit Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Praxispartnern zusammengearbeitet.
  • Chancengerechtigkeit (EqualOpportunities@CASE): Es werden Maßnahmen zur aktiven Vorbereitung von Frauen auf dem Karriereweg zur HAW-Professur umgesetzt. Ebenso werden neue, gendersensible Formate in Berufungsprozessen getestet. Hierzu kooperieren die Hochschulen mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis im Bereich der Genderforschung und Chancengerechtigkeit.